(c)Tim Davis, Kings of Cyan, Little Strong Jaw, 2008, Courtesy of Mitterrand+Sanz.
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(c)Tim Davis, Kings of Cyan, Little Strong Jaw, 2008, Courtesy of Mitterrand+Sanz.
(c) Tim Davis, Kings of Cyan, Two Faces, 2008, Courtesy of Mitterrand+Sanz.

Kings of Cyan, 2008

headphoneTim Davis

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«Welches ist der erste Politiker, an den du dich erinnern kannst?» Diese vom Fotografen selbst gestellte Frage zieht sich wie ein roter Faden, der immer wieder aufgenommen wird, durch die Serie «Kings of Cyan». Gezeigt werden emblematische Persönlichkeiten wie die Präsidenten Gerald Ford und Jimmy Carter, deren Bilder sich im Gedächtnis der amerikanischen Bevölkerung fest eingeprägt haben. Die Bilderserie ist eine tiefgreifende Reflexion über die Veränderungen, denen die visuellen politischen Botschaften im Verlauf der Zeit unterworfen waren. Heute werden die Strassen immer mehr mit Werbung zugepflastert, und während der Wahlkampfperiode wimmelt es von Plakaten, von denen Politiker herunterlächeln. Die Porträts bleiben im Gedächtnis der Betrachter hängen. Aber was geschieht nach der Wahl? Bleibt etwas dauerhaft hängen? Die Zeit vergeht, nagt an den Porträts und lässt die Gesichter darauf altern. Magenta und Gelb werden unter dem Einfluss des Wetters ausgewaschen, übrig bleibt die Farbe Cyan. Überrascht vom sich hartnäckig haltenden «faded blue» – mattblau – entdeckt Tim Davis in den Porträts ein Blau, das der atmosphärischen Perspektive in niederländischen Gemälden entnommen zu sein scheint. Sei es nun ein kommunistischer Politiker oder ein Neofaschist – ihre Ideen verflüchtigen sich rascher als die Tinte, die unter einer bläulichen Patina die ambitiösen Gesichtsausdrücke der Politiker durchschimmern lassen. Das innere Wesen der aufgelösten, zerrissenen und bleichen Gesichter scheint durch wie ein Phantom.   www.davistim.com

Tim Davis(1969, Blantyre, Malawi) lives and works in New York. A graduate in 1991 from Bard College, where he now teachesphotography, he obtained an MFA from Yale University in 2001. A plastic artist and poet, he was awarded the AmericanAcademy’s Rome Prize in 2007.

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