(c) Lisa Roehrich, Look at me, 2011.
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(c) Lisa Roehrich, Look at me, 2011.
(c) Lisa Roehrich, Look at me, 2011.

Look at me, 2011

headphoneLisa Roehrich

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Lisa Roehrich befasst sich mit minoritären oder stigmatisierten Gesellschaftsgruppen und mit der Art und Weise, wie sich die Individuen, aus welchen sich diese Gruppen zusammensetzen, selbst darstellen. In ihren ersten Arbeiten setzte sie sich mit Skinheads, mit Zigeunern und auch mit Models auseinander und unterzog dabei die Stereotypen, über welche diese Gruppen normalerweise definiert werden, einer näheren Prüfung. Mit der Absicht, die künstlerische Aussage weiterzuentwickeln und sich vom subjektiv-dokumentarischen Ansatz der Anfänge zu entfernen, entscheidet sich die Künstlerin 2008 dafür, Videos einzusetzen und ihre Sujets nach Art der «Screen Tests» von Andy Warhol zu filmen. Anders als ihr berühmter Vorgänger, der mit den Filmporträts seine Faszination für Berühmtheiten ausdrückte, wendet sie das Verfahren mit unbekannten oder besser: nicht-berühmten Personen an. Erstaunt über das Bild, das junge Leute abgeben und ihre Art, sich in der Gesellschaft darzustellen, richtet sie ihre Aufmerksamkeit auf die Jugendlichen, konkret auf solche, die sich regelmässig vor Einkaufsflächen in «ihrer» Stadt treffen. Die Protagonisten werden aufgefordert, sich so darzustellen, wie sie es gerne wünschen. Vom Formalen her tragen das Video und die Vorgaben für den Dreh zur Dramatisierung des Sujets bei, sie verstärken seine Präsenz im Bild, andererseits akzentuiert der Einsatz der Zeitlupe die Unterschiede zum Standbild. An diese Arbeit anschliessend begab sich Lisa Roehrich in den Libanon und analysierte dort die Selbstdarstellung der Jugendlichen, die in einem politisch-religiösen Umfeld leben, das dem Ausdruck der eigenen Identität nur wenig Raum lässt. Für die Ausstellung an den Bieler Fototagen 2011 besucht sie erneut Jugendliche in ihrer Stadt und begeht dabei neue Wege. Neben den soziologischen Komponenten, welche «Look at me» beinhaltet, setzt sich die Arbeit auch nachhaltig mit der Frage nach der Dauer des Wahrnehmungsprozesses und den Auswirkungen des Prozesses auf die künstlerische Äusserung auseinander. www.la-bu.com

Lisa Roehrich(1981, Genève) vit et travaille à Vevey. Elle est titulaire d’un CFC de photographe de l’Ecole de photographie de Vevey(CEPV) et d’un Bachelor of Arts en communication visuelle, département de photographie, de la Haute école d’art etde design de Lausanne (ECAL). Elle est membre du collectif BU (Bastards Union) et travaille pour l’agence Rezo. Sa sériede vidéos « Limbo » a été exposée en 2010 au Photoforum PasquArt, Bienne, dans le cadre de SELECTION | AUSWAHL 10.

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