(c) Ilir Kaso, My Mother, 2007.
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(c) Ilir Kaso, My Mother, 2007.
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My Mother, 2007

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Die Arbeit von Ilir Kaso lässt sich einreihen in die in letzter Zeit stark aufkommende Kategorie «animierte Bilder». Die heute unter dem Begriff Morphing oder Morphose geläufigen Bilder sind das Ergebnis eines flüssigen und stetigen Übergangs von einem Ausgangs- zu einem Endbild. Die animierten Bilder haben sich in den letzten Jahren im Film und dann im Internet stark durchgesetzt, bevor sie von der Kunstwelt aufgenommen wurden. Der Künstler steigert die Wirkung der Morphose weder mit Ton noch mit Farbe. Die auf der Porträt der Mutter des Künstlers vorgenommenen Veränderungen laufen langsam und diskret ab. Die Veränderung ist zwar ein Resultat der verstreichenden Zeit, trotzdem ist es für den Betrachter schwierig nachzuvollziehen, wie die Veränderung genau vonstattengeht. Die Morphose kann erst bei einem zweiten Anschauen richtig erfasst werden. Zwar bleibt die Zeit die Hauptdarstellerin der Arbeit, aber die Mutter spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Oft ist die Zeit ein gefürchtetes Übel, wenn es um die Liebsten geht – wie hier, wo es um die Mutter geht. Während es in Wirklichkeit eine bestimmte Zeit dauert, bis die Veränderungen sichtbar werden, bildet die Morphose den Vorgang gerafft ab. Dennoch behält die Mutter ihr lächelndes und fröhliches Gesicht. Unabhängig davon, ob es darum geht, das Vergehen der Zeit zu akzeptieren oder darum, die Zeit zu stigmatisieren: Der Künstler entscheidet sich dafür, die Zeit in den Bildern einzufangen und sie damit als unabänderlich festzuhalten.

Ilir Kaso(1982, Tirana, Albania) lives and works in Tirana. He has taken part in many exhibitions since 2001. “My Mother” received acontemporary art prize from the FAP gallery (Tirana) in 2007. In 2009 he received the public’s award for his video“The Camion” at the seventh Tirana International Film Festival (TIFF 2009).

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