(c) f&d cartier, Wait & See, 2011.
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(c) f&d cartier, Wait & See, 2011.

Wait and See, 2011

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Hinter dem Titel «Wait and See» verbirgt sich ein früheres Projekt mit dem Namen «A-venir. Le temps d’être suisse» (1998). Die Arbeit hinterfragte die Beziehung der Eidgenossenschaft zur vergehenden Zeit mittels einer evolutiv ausgerichteten fotografischen Einrichtung, die es dem Künstlerpaar erlaubte, die weit verbreitete Gleichsetzung der Fotografie mit einem einfachen Stillleben auseinanderzudividieren. Die im Museum Neuhaus (Biel) neu aufbereitete Performance setzt lichtempfindliches Fotopapier (schwarz/weiss) und das Licht ins Zentrum, also zwei grundlegende Elemente der Fotografie. Bei dieser Rückkehr zu den Wurzeln, die ein weiterer Ausdruck für die minimalistische Ausrichtung des Fotografenpaares ist, bewirkt die ausgeklügelte Art, wie die Bilder aufgehängt sind, ein Aufleben der Erinnerung an alte Fotopapiere mit unterschiedlichen Gradationen und Qualitäten. Das wird erreicht, indem das Fotopapier dem im Ausstellungsraum vorhandenen Licht ausgesetzt wird. Im subtilen Zusammenspiel mit dem Raum setzt die chromatische Veränderung der Fotopapiere ein: Je nach deren Zusammensetzung und der Art des Lichteinfalls verfärben sich die ebenen Oberflächen mit der Zeit nach dem (Licht-)Zufallsprinzip. Will der Betrachter die progressive Sättigung der Papiere mitverfolgen, muss er sich in Geduld üben und innehalten, um den latenten Prozess zu beobachten – der punktuelle Blick trägt dazu bei, den Vorgang mit Sinn zu füllen. Mit dieser gewagten Inszenierung gelingt es f&d cartier, auf zugleich nachdrückliche und einfache Weise ein Dispositiv zu erstellen, das die gelebte Zeit nachzeichnet. Von der gelebten, vergangenen Zeit zeugen einzig die Exponate, die nun mit abstrakten Nuancen bedeckt sind. www.fdcartier.fr.st

f&d cartier(Françoise Cartier (1952, Tavannes) & Daniel Cartier (1950, Bienne)) vivent et travaillent à Bienne. Dès 1995, le couplecosmopolite allie photographie et arts plastiques pour s’orienter vers des pratiques artistiques nouvelles, touchanttantôt aux installations ou à la technique du photogramme, dans une voie minimaliste et abstraite.Présents dans de multiples collections et musées suisses et étrangers, ils ont reçu de prestigieuses distinctions, notammentle prix Michel Jordi de la Photographie (1998) pour « A-venir. Le temps d’être suisse. »

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