(c) Enrique Muñoz García, Zapping, 2008-2011.
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(c) Enrique Muñoz García, Zapping, 2008-2011.

Zapping, 2008–2011

headphoneEnrique Muñoz García

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«Zapping» ist wahrhaftig ein «work in progress», Frucht einer dreijährigen Arbeit, während der Filmsequenzen gesammelt wurden, die mit der Kamera des Mobiltelefons des Künstlers aufgenommen wurden. Die Tonspur zum Werk wurde vom Fotografen aus fünf TV-Sendern gesampelt und zusammengemixt. Enrique Muñoz García interessiert sich in diese Arbeit für einen intimen Moment aus dem Alltag von uns allen, nämlich für das ungezügelte «Zapping» vor dem TV-Gerät. Er hat sich selbst dabei gefilmt, aber auch Bekannte von überall her, von der Schweiz über Spanien bis nach Chile. Die Intimität der Sequenzen ist insofern «gesteigert», als dass die Protagonisten nackt sind, auf der Haut spiegeln sich die Farben, die der Bildschirm in den Raum wirft. Aus dem Wunsch nach Ästhetizismus und Authentizität hat der Fotograf auch darauf verzichtet, die Bildqualität und -auflösung nachträglich zu manipulieren. Es geht dem Künstler vor allem darum, in der Wirklichkeit magische Momente zu finden. «Zapping» ist, so Enrique Muñoz García, als Porträt einer einzigen Person zu verstehen, die sich aus einer Vielzahl von Individuen zusammensetzt. Wir erleben einen Moment extremer Intimität mit dieser einzigen Einheit – eine Intimität, die angesichts der Einsamkeit, die aus dem Bild spricht, einen Hang zum Tragischen hat. «Zapping» vereint somit die Themen, die den Fotografen in erster Linie beschäftigen: Das zentrale Interesse für die Person, die Intimität, welche die Person umgibt, und der Wille, eine ästhetisch geprägte Wirklichkeit zu schaffen. Wichtig ist auch das Thema Zeit: Das Werk entstand über mehrere Jahre hinweg. Und Enrique Muñoz García zeigt auch die Zeit, die man vor dem TVBildschirm verbringt – ob man sie nun gewinnt oder verliert. www.zapping-projekt.ch

Enrique Muñoz Garcia(1969, Chile) lebt zurzeit in Biel und widmet sich einerseits der Kunstfotografie und andererseits der Reportage. 2004fand die erste Ausstellung («Marokko») in der Galerie Leica in Nidau statt. 2006 stellte er anlässlich der Bieler Fototageseine Serie «Claude» aus. Zahlreiche seiner Bilder wurden in internationalen Zeitschriften veröffentlicht.

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