(c) Dom Smaz, Wait Workers, 2009.
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(c) Dom Smaz, Wait Workers, 2009.
(c) Dom Smaz, Wait Workers, 2009.

Wait Workers, 2009

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Wir befinden uns in den USA. Jeden Morgen spielt sich an den Tankstellen und Autobahnausfahrten dasselbe Schaupiel ab: Taglöhner warten darauf, dass sie von einem Auto abgeholt und an eine Arbeitsstelle gebracht werden. Will man eine reelle Chance haben, muss man schon sehr früh am Morgen bereitstehen und warten. Darauf warten, dass sich einer erbarmt und einen mitnimmt, um eine Arbeit zu verrichten, die lausig bezahlt wird – üblich sind fünf bis zehn Dollar pro Stunde. Die Taglöhner haben keine Papiere, oft stammen sie aus dem Baugewerbe und haben keine andere Möglichkeit als die Taglöhnerei, um ihre Familien durchzubringen. Die vorbeifahrenden Autos und die Stunden gleichen sich. Die Behörden unterbrechen die Routine höchst selten. Dom Smaz hat den Alltag dieser illegalen mexikanischen Einwanderer, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben über die Grenze gekommen sind, Tag für Tag geteilt. In seiner Serie «Wait Workers» zeigt uns der Fotograf Bilder dieser Warterei. Die Ausbeutung von illegal eingewanderten Arbeitskräften ist kein ausschliesslich auf den nordamerikanischen Kontinent beschränktes Phänomen. In der Schweiz sind es in erster Linie aus dem Osten stammende Sans-Papiers, die um die Wagen an den Tankstellen herumstreichen. Der von Dom Smaz bevorzugte Arbeitsbereich ist die Reportage. Ihn interessiert der Alltag, die Zeit, die vergeht, und die Spuren, die beide hinterlassen. In der Serie «Identités Clandestines» (Geheime Identitäten, 2010) hinterfragt der Fotograf die Lebensbedingungen der unzähligen Sans- Papiers, die sich in Lausanne niedergelassen haben. Indem er die charakteristischen Merkmale seiner Modelle verwischt, negiert Dom Smaz die zentralste Funktion des Porträts: das Sujet erkennbar zu machen. Die Gesichtszüge sind undeutlich, in Bewegung – ganz so wie ihre in den Augen des Gesetzes irreguläre Situation. www.smazphoto.ch

Dom Smaz(1983, Lausanne) vit et travaille à Lausanne. Il étudie la photographie à l’Ecole de photographie de Vevey (CEPV) où il obtiendrason diplôme en 2012. Parallèlement à divers mandats réalisés pour la presse (Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, TrajectoireMagazine), le jeune photographe expose ses oeuvres en Europe. Ses travaux ont été sélectionnés pour plusieurs prixdont la 15e édition du Prix des Jeunes Talents vfg (2010) et les New York Photo Awards (2011).

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