(c) Andrea Good, ES WARD / ES WIRD, 2011.
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(c) Andrea Good, ES WARD / ES WIRD, 2011.

ES WARD/ES WIRD, 2011

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Die Zeit einfangen oder die Langsamkeit festhalten und die Bewegung als einen Hauch erscheinen lassen. Andrea Good macht die Zeit sichtbar. Dafür braucht sie keine konventionelle Kamera: Sie baut sich den Fotoapparat vor Ort, eine Camera obscura. Eine Kirche, Verwaltungs- und Bankenbüros, Container, Hotelzimmer oder Industriegebäude – Andrea Good verwandelt diese Räume in Lochkameras und greift auf das Urprinzip der Fotografie zurück. Dafür werden die Räume lichtdicht abgeklebt. Auf der einen Seite drängt der Lichtstrahl in den Raum und projiziert das Bild auf dem Kopf und spiegelverkehrt auf die gegenüberliegende Wand, die mit Fotopapier bedeckt wird. Alles Beständige wird festgehalten, was sich bewegt, wird unkenntlich. Die Schärfe des Bildes hängt von der Bewegung, dem Abstand zum Loch und von der Grösse des Lochs ab. Doch der Faktor Zeit zählt nicht nur beim Entstehungsprozess der Fotografie von Andrea Good. In der eigens für die Bieler Fototage entstandenen Serie von den Vereinigten Drahtwerken Biel interessiert sich die Fotografin für den wirtschaftlichen und städtebaulichen Umbruch. Die Stadt lässt einige Gebäude des alten Drahtwerkes abreissen. Eine Ära geht zu Ende. Um den Abriss zu dokumentieren, baut Andrea Good leer stehende Büros auf dem Areal in überdimensionale Lochkameras um. Andrea Good komponiert ihre Bilder aus Licht, Zeit und Raum. Obwohl ihrer Arbeit genaue physikalische Berechnungen zugrunde liegen, muss sich die Fotografin den Begebenheiten anpassen. So beeinflussen die  Lichtverhältnisse die Belichtungszeit, die Windverhältnisse bestimmen das Spiel des Laubes, die Intensität der Bewegungen auf der Baustelle prägt das Erscheinungsbild: Was sich zu schnell bewegt, wird nur flüchtig als Spur oder gar nicht festgehalten. (Marina Porobic) www.andreagood.ch

Andrea Good(1968, Zürich) lebt und arbeitet in Zürich. Sie schloss eine Ausbildung zur Fotografin an der Berufsschule Zürich ab.Sie wurde 2011 für den Swiss Photo Award nominiert und nahm an zahlreichen Ausstellungen teil, wie HotSpot Berlinim Georg-Kolbe-Museum in Berlin oder am 30. Jubiläum der
Kunstsammlung Julius Bär.

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