(c) Alexis Guillier, Reworks , 2009.
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(c) Alexis Guillier, Reworks , 2009.
(c) Alexis Guillier, Reworks , 2009.

Reworks, 2009

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«Reworks» ist eine Sammlung von digitalen Bildern, die von Alexis Guillier zusammengestellt wurde. Sie zeigen alle dasselbe Sujet: Kunstwerke, die eine zufällig oder willentlich erfolgte Beschädigung aufweisen. Die Sammlung wird als Diashow gezeigt, die einzelnen Bilder werden nach dem Zufallsprinzip von einem oder mehreren übereinandergestapelten Projektoren abgespielt. «Reworks» zeigt ein komplexes Zusammenwirken von verschiedenen zeitlichen Abfolgen, die in mehrere Schichten unterteilen. Da ist zunächst einmal die Zeit der Erschaffung und Ausgestaltung des Originals. Dann folgt eine heftige Aggression, die alles unterbricht und ihre Zeichen setzt. Die Fotografie wird Zeugin des Vandalenakts, sie hält den Augenblick festund «mumifiziert» ihn im Bild. Von diesem Zeitpunkt an laufen zwei Zeitschichten parallel: einerseits jene des «physischen» Werks, das mit der Zeit noch mehr Schaden nimmt oder aber repariert werden kann, und auf der anderen Seite das fotografische Bild. Letzteres ist ein komplexes Objekt, enthält es doch einerseits die Zeitschicht seines Motivs – und andererseits seine eigene Zeitschicht. Während ein auf Fotopapier entwickeltes Negativ auch einem konkreten Zerfall ausgesetzt ist, stellt sich die Frage, wie denn das bei einem digitalen Bild sei. Die Fragen, welche die Immaterialität des digitalen Bildes aufwirft, sind vielfältig. Verleiht die Digitaltechnologie dem Bild einen zeitlosen Charakter? Am Ende gibt es auch noch die Projektionszeit (die entweder von einer bestimmten Dauer ist oder in einer Endlosschleife erfolgt, in zufälliger Reihenfolge) und die Zeit, in der das Bild von den Betrachtern aufgenommen und rezipiert wird. Die in zufälliger Reihenfolge abgespielten Bilder stellen auch Erinnerungen dar, die sich schliesslich zum Menschheitsgedächtnis zusammensetzen. Wie die fotografierten Werke sind auch die Fotos selbst oft verfälscht. «Reworks» kann als Neuinterpretation der Geschichte aufgefasst werden. Es ist nicht so sehr das Sujet, welches das Foto festhält, als vielmehr das Ereignis, welches das Sujet geprägt hat. Die Werke werden damit zu Symbolen für vergangene oder gegenwärtige Ereignisse – als veritables und doch imaginäres Museum des digitalen Zeitalters stellt «Reworks» gleichzeitig eine historische und fiktionale Erzählung dar.

Alexis Guillier(1982, Paris) vit et travaille en France. Suite à des études à l’Ecole Régionale des Beaux-Arts de Caen, il poursuit saformation à l’Ecole Nationale d’Arts de Paris-Cergy. Son oeuvre « Reworks » lui a déjà valu deux expositions personnelles(Palais de Tokyo, Paris, 2010 ; Galerie Piano Nobile, Genève, 2011).

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