(c) Alban Lécuyer, Downtown Corrida,  Implosion # 1, 2009.
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(c) Alban Lécuyer, Downtown Corrida, Implosion # 1, 2009.
(c) Alban Lécuyer, Downtown Corrida,  Implosion # 3, 2009.

Downtown Corrida, 2009–2010

headphoneAlban Lécuyer

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Abbruchhäuser bilden das Leitmotiv der neun Aufnahmen von «Downtown Corrida». Die subtilen Fotomontagen halten die unausweichlichen Folgen der Zeit auf die architektonische Umgebung fest, die einer ständigen Umgestaltung unterworfen ist. Der Fotograf lässt sich gerne inspirieren von Fotoamateuren, die Häuserzerstörungen aufnehmen. Er testet die durchlässigen Grenzen zwischen der Stadt und ihrer Peripherie: Er spielt mit dem rückwärtsgewandten Blick und hinterfragt dabei die gleichzeitig allgemeine und kategorische Wahrnehmung der urbanen Bauform an den Stadträndern. Der knappe Lebensraum am Stadtrand wurde überbaut mit urban gestalteten Häusern, die unverwundbar schienen; ihr plötzliches Verschwinden, die Flüchtigkeit der Gebäude, die über einen «Stammbaum» und eine gewisse historische Bedeutung verfügten, will gar nicht zu dieser fiktiven Landschaft passen, in die Sozialwohnungen hineingepflanzt wurden. Der metaphorische Titel der Serie übernimmt die Idee des plötzlichen Todes aus der Corrida, dem Stierkampf; die Spannung steigt, man erwartet den Todesstoss, die von Alban Lécuyer raffiniert in Szene gesetzten Implosionen verweisen bewusst auf den finalen «Moment der Wahrheit». Eine zerbrechliche Architektur wird dem Blick durch die brutale Wirkung der plötzlichen Zerstörung entzogen. Der machtlose Zuschauer betrachtet das Spektakel, bei dem ein gemeinsamer Lebensraum zu einem in sich geschlossenen Universum zusammenstürzt. Es bleibt keine Zeit, sich daran zu gewöhnen, einzig der Staub und der Schutt erinnern noch an die vergangene Existenz des Gebäudes; das Gefühl der Entwurzelung macht nach und nach der Normung durch Gebäude Platz, die als neue, ephemere Modelle in den Himmel wachsen. Die Transposition, die der Künstler vornimmt, bringt die konditionierte Haltung, die Menschen gegenüber territorialen Veränderungen einnehmen, deutlich ans Licht. www.albanlecuyer.weebly.com

Alban Lécuyer(1977, Paris) est un photographe parisien établi à Nantes. Diplômé de l’Ecole supérieure de journalisme de Lille (2002),il s’oriente vers les milieux rédactionnels, culturels et éducatifs en tant que photographe reporter et enseignant. Fort dusuccès reçu pour le projet « Downtown Corrida », il est récompensé du prix SFR Jeunes Talents Circulation(s), expose aufestival Circulation(s) à Paris (2011) ainsi qu’au festival Images Singulières à Sète (2011) et est lauréat du Concours UrbanPhoto (CUP), Paris (2011).

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